Autorendesign – Trend der Postmoderne

Autorendesign – Trend der Postmoderne

Mit dem Beginn der Designgeschichte in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde es üblich, dass zunächst Künstler und Handwerker, später auch Architekten und Werbe-Fachleute zum festen Mitarbeiterstab von Unternehmen gehörten. Als Mitglieder von Entwurfs-Teams oder Styling-Gruppen bestand die Aufgabe von Designern seit den 1950er Jahren einzig und allein darin, die Funktionalität der Produkte des Herstellers, für den sie tätig waren, mit einem ansprechenden Design zu verbinden. Bis dahin standen Produktdesigner in einem engen Abhängigkeitsverhältnis zu ihren Auftraggebern und konnten ihre künstlerische Freiheit nur bedingt zum Ausdruck bringen.

Modernes WohnenNeue gestalterische Freiheit durch Unabhängigkeit

Speziell in Deutschland bildete sich in den 1980er Jahren eine Gruppe von Designern, die sich von dem bis dahin vorherrschenden System des Funktionalismus und dem Bestreben der Unternehmen, Design ausschließlich aus eigenen Entwürfen zuzulassen, lösten. Bekannte Namen dieser Bewegung waren unter anderen

  • Hardy Fischer
  • Hermann Waldenburg
  • Achim Heine
  • Wolfgang Laubersheimer
  • Heiko Bartels.

Als Autorendesigner entwickelten sie eigene Entwürfe, die ausschließlich ihren Vorstellungen von einem attraktiven Design bei hoher Funktionalität entsprachen und boten ihre Entwürfe auf dem freien Markt an. Einige der Designer schlossen sich zu Gruppen zusammen und ließen ihre Entwürfe in Kleinserien durch Produktionsfirmen herstellen. Auf diese Weise drehte sich das Prinzip des Designs um und Designobjekte entwickelten sich wieder mehr in die Nähe des hochwertigen Kunsthandwerks und einer außergewöhnlichen Gebrauchskunst. Die bekanntesten Gruppen von Autorendesignern in Deutschland waren

  • Stiletto
  • Berlinetta
  • Cocktail
  • Bellefast
  • Pentagon und
  • Gruppe Kunstflug.

Beispiele für die Objekte dieser Künstlergruppen sind das verspannte Regal aus der Gruppe Pentagon oder der Consumer’s Rest Lounge Chair von Stiletto.

Autorendesign ist auch funktional

Nach der ersten Generation freier Designer, die bewusst mit ihren Entwürfen provozierten und Objekte für eine begrenzte Käuferschicht im eigenen Namen anboten, erfolgte eine Entwicklung hin zu freiberuflichen Designern, die im Auftrag von Produktionsfirmen das Design für verschiedene Gebrauchsgüter entwerfen. Andere bieten ihre freien Entwürfe bei verschiedenen Herstellern an, die sie dann produzierten. Die Produktion erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen Designer und Hersteller und die Produkte tragen sowohl den Namen des Herstellers, als auch den des Designers. Ein typisches Beispiel dafür ist das Porsche-Design, das in den 1980er und 1990er Jahren zahlreiche Gebrauchsgüter von der Kaffee-Maschine bis zum Sturzhelm prägte. Das Autorendesign schützt damit das Eigentum des Designers an seinem Gedankengut und bringt zum anderen einen spürbaren Werbeeffekt für den Hersteller mit sich, denn er verkauft die Produkte nicht mehr nur aufgrund seines für Qualität bekannten Namens, sondern ganz besonders wegen des speziellen Designs.

Autorendesign International

Insbesondere auf dem internationalen Markt setzt sich das Autorendesign bis heute durch. Zu den bekanntesten Autorendesignern zählen:

  • Philippe Starck
  • Aldo Rossi
  • Marc Newson
  • Hans Hollein
  • Greg Lynn
  • Michael Graves
  • Aino Aalto
  • Jan Kurtz.

Darüber hinaus verfügen noch heute einzelne Hersteller über die Produktionsrechte für Möbel und Accessoires bereits verstorbener Designer wie Arne Jacobsen, Charles und Ray Eames oder Verner Panton. Insbesondere die Hersteller hochwertiger Designprodukte wie Vitra , Kartell oder Alessi halten nach wie vor die Produktions- und Vertriebsrechte an Design-Möbeln und Accessoires.