Beton einfach mal wohnlich

Beton einfach mal wohnlich

Beton ist das Baumaterial der 1960er und 1970er Jahre und galt in den letzten Jahren vielfach als Schandfleck der Architektur. Dabei ist das Material extrem vielfältig, belastbar, haltbar und robust sowie gleichzeitig elastisch.

betonAufgrund seiner besonderen Eigenschaften ermöglicht der Beton überhaupt erst die Realisierung von Bauwerken unter schwierigen statischen Bedingungen. Wenig attraktiv ist zugegebenermaßen der schlichte, graue Beton, aus dem so manches Bauwerk in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts errichtet wurde. Inzwischen aber hat die Architektur spannende Wege gefunden, das vielseitige Baumaterial auch mit dekorativen Effekten einzusetzen. Neuerdings entdecken vermehrt auch Designer den Beton und schaffen daraus eindrucksvolle Einrichtungs- und Dekorationsgegenstände mit natürlichem Charme.

Möbel aus Beton? Warum nicht?

Dass Beton nicht zwangsläufig hart, kalt und ungemütlich wirken muss, zeigen die aktuellen Kollektionen aus dem Möbel-Design. Designer entwickeln Küchenarbeitsplatten, Waschbecken und Badewannen aus Beton. Ganze Einbauküchen können aus Beton gefertigt werden und dauerhafte Sitzmöbel aus Beton bereichern selbst das Wohnzimmer. Sogar Leuchten aus Beton schweben leicht und luftig an der Decke. Den Slogen der Betonindustrie, „Es kommt darauf an, was man daraus macht“, haben sich Designer zu Herzen genommen und dabei phantastische Objekte hervorgebracht. Die Küchenarbeitsplatte aus Beton kann sehr gut mit der edlen Marmorplatte konkurrieren, denn sie ist genauso hart, aber weniger empfindlich. Die optische Wirkung hat nichts mit dem rohen Baumaterial gemein. Betrachtet man Beton als einen natürlichen Stoff, der aus verarbeiteten Gesteinen, Sand und Ton besteht, kann man sich dem Material auf eine völlig neue Weise nähern. Beton lässt sich beliebig formen, einfärben, polieren und anstreichen. Kommt es nicht auf seine Tragfähigkeit an, dann erlaubt das Material auch grazile Formen. Es eignet sich zur Beschichtung anderer Trägermaterialien und erhält plötzlich eine federleichte Wirkung.

Beton für luftig-leichte Design-Objekte

Neben Möbeln stehen auch zahlreiche dekorative Accessoires aus Beton zur Verfügung. Das Angebot reicht von der Obstschale in klaren und dennoch harmonisch runden Formen über Blumenvasen bis hin zu Leuchten, Uhren oder designstarken Schreibtisch-Accessoires. Den Gestaltungstechniken sind beim Umgang mit Beton kaum Grenzen gesetzt. Oberflächen lassen sich beliebig strukturieren oder beeindrucken durch gleichmäßige Geschlossenheit. Das Spiel mit eingeschlossenen Kieselsteinchen ist ebenso reizvoll, wie der gezielte Einsatz von Lufteinschlüssen. Die Oberfläche des Betons nimmt aber auch die Strukturen anderer Materialien an, wenn sie beim Trocknen in Berührung kommen. So kann eine Schale aus Beton die Aderung eines Blattes wiedergeben oder die Struktur groben Leinengewebes.

Und wie steht es mit der Reinigung?

Grundsätzlich sind die Oberflächen des Betons rau und porös. Daher besteht die Gefahr, dass sich Schmutzpartikel und Schmierschichten ablagern. Um das zu vermeiden, hat die Möbelindustrie besondere Oberflächenbehandlungen zur Versiegelung entwickelt. Öle und Wachse verleihen dem Beton eine geschützte und pflegeleichte Oberfläche, müssen jedoch von Zeit zu Zeit erneuert werden. Eine dauerhafte Versiegelung stellt die Beschichtung des Betons mit feuchtigkeits-, chemikalien- und schmutzresistenten Materialien dar.