Die Stilepochen des Möbeldesigns von Barock bis Biedermeier

Die Stilepochen des Möbeldesigns von Barock bis Biedermeier

Eigentlich gibt es ein Möbeldesign schon so lange, wie es Möbel gibt, denn jedes Möbelstück war seit eh und je irgendwie gestaltet. Entweder hat der Auftraggeber vorgegeben, wie es aussehen sollte, oder der Hersteller hat einen Vorschlag erarbeitet. Jeder Gedanke darüber, wie ein Möbelstück aussehen sollte, stellte genau genommen schon eine Form des Designs dar. Allerdings waren die Möbel lange Zeit keinem typischen Stil zuzuordnen. Es handelte sich vielmehr um einfach und schlicht gestaltete, in erster Linie funktionelle Möbelstücke. Einer einheitlichen Linie, die man heute als Designstil bezeichnen würde, folgten Möbel erst seit der Architekturepoche des Barock vom frühen 17. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts.

barockMöbel im Stil des Barock

Der barocke Stil zeichnet sich durch seine Üppigkeit aus. Er ist die typische Kunstform im Zeitalter des Absolutismus und umfasst neben der Architektur, der auch der Stil der Möbel zugeordnet wird, auch die Malerei, den Landschaftsbau, selbst die Mode und Musik. Barocke Möbel sind üppig verziert mit Schnitzereien, geschmiedetem Eisen und Drechselarbeiten. Die Hölzer sind in der Regel dunkel gebeizt oder in üppigen Farben lackiert. Verzierungen mit Gold oder goldener Farbe sind in den Schlössern des Barock weit verbreitet. In Frankreich trägt diese Epoche auch die Bezeichnung Louis quatorze, weil man die Kunststile nach den Regentschaften der jeweiligen Könige benennt.

Rokoko

Die Epoche des Rokoko schließt sich direkt an den Barock an und wird daher auch als Spätbarock bezeichnet. Möbel im Stil des Rokoko sind weniger wuchtig, als barocke Möbel, aber nach wie vor stark dekoriert. Die Formen sind nicht mehr so streng symmetrisch, sondern abgerundet, verspielt und geschwungen. Ein typisches Gestaltungsmerkmal des Rokoko sind rankenförmige Umrandungen und gewundene Linien. In der französischen Kultur spricht man von der Epoche Louis quinze.

Klassizismus

Von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis etwa 1830 herrschte der Kunst- und Architekturstil des Klassizismus vor, der sich in der französischen Kultur in die Stilrichtungen Louis seize, Directoire und Empire gliedert. Während der Epoche des Klassizismus, der sich in der Architektur durch einen Rückgriff auf antike Gestaltungsmerkmale wie Säulen und geradlinige Formen auszeichnet, gehen in der Möblierung die Stile vom Barock zum Biedermeier über.

Biedermeier-Möbel

Der Begriff Biedermeier orientiert sich am Biedermann. Die Bezeichnung dieser Kunstepoche geht auf eine fiktive Person zurück, die immer wieder Hauptfigur von Geschichten und Gedichten war. Diese Figur zeichnete sich durch ihren spießbürgerlichen und treuherzigen Charakter aus. Möbel im Biedermeier-Stil sind dementsprechend schlichter und einfacher gestaltet. Neben den bis dahin typischen dunkel gebeizten Möbeln sind im Biedermeier auch Möbel aus hellem Nadelholz verbreitet. Der Stil zeichnet sich durch weniger aufwendige Verzierungen aus, als in den Zeiten des Barock und Rokoko. Die Formen waren klar und geometrisch, während sich Verzierungen auf gedrechselte oder gefräste Leisten beschränkten. In dieser Epoche war Gemütlichkeit und Behaglichkeit gefragt. Möbel mussten daher weniger repräsentative Eigenschaften erfüllen. Die Biedermeier-Epoche fällt in die Mitte des 19. Jahrhunderts von 1815 bis 1848 und wird vom Jugendstil abgelöst.