Dielen ausbessern

Dielen ausbessern

Es gehört zum Alltag und passiert immer mal wieder. Und so ungewollt wie es ist, so ärgerlich ist es auch: mal fällt etwas herunter und zersplittert und mal zerkratzen hereingetragene Steinchen die Holzoberfläche des Dielenbodens. Häufig helfen an dieser Stelle bereits Beize, Lauge, Seife, Öl und Wachs weiter – aber eben halt nicht immer. Wenn aber richtige Schrammen, Kerben, Kratzer und Dellen in den Dielenbrettern sind, möchte man wahrscheinlich mehr als nur den Teppich darüber legen. Eine Option ist – vor allem bei mehreren tieferen Schmarren im Holz, die sich über den gesamten Raum verteilen – ein komplettes Abschleifen der Oberfläche. Oder ein Austausch des jeweiligen Brettes, falls dies z.B. durch eine schwimmende Verlegung oder einzelne Befestigung auf der Unterkonstruktion durch Nägel im Altbau möglich ist.

Wenn nicht und auch das Abschleifen nicht in Frage kommt, gibt es noch einen Trick aus „Omas Nähkästchen“: die beschädigte Stelle wird zunächst mit Schleifpapier (Körnung 150 bis 180) oder Vlies in Faserrichtung angeraut. Anschließend wird direkt in den Kratzer ein wenig Wasser hineingeträufelt und ganz vorsichtig mit einem nassen Tuch und Bügeleisen wieder herausgedämpft. Dadurch wird das Holz nämlich aufquellen und die Beschädigungen sich verkleinern oder sogar komplett schließen. Je nachdem, wie tief die Kerbe im Holz ist, wird einmal evtl. nicht ausreichen und der Vorgang muss wiederholt werden. Die Oberfläche muss, sobald ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt wurde, mindestens 24Stunden gut trocknen, ggf. ein weiteres Mal mit Schleifpapier (Körnung 180 bis 240) nachbearbeitet werden und zum Abschluss mit der gleichen Oberflächenbehandlung versehen werden, mit der auch der restliche Dielenboden zuvor bestrichen und gepflegt wurde.

Ganz wichtig zu beachten ist bei dieser Ausbesserungsmethode, dass ein dauerhafter Erfolg lediglich dann erzielt werden kann, wenn das Dielenholz im betreffenden Raum keinem zu trockenen Klima ausgesetzt ist. Andernfalls würde das Holz (abgesehen von der Methode der Versiegelung) die eingedampfte Feuchtigkeit wieder abgeben und die schadhaften Stellen kämen wieder zum Vorscheinen. Ratsam ist also: die relative Feuchtigkeit im Zimmer regelmäßig zu messen (sie sollte immer 50-60% betragen) und vor allem während der Heizperiode einen Raumluftbefeuchter aufzustellen. Dazu raten Fachleute ohnehin bei Dielenböden und eine weniger trockene Luft ist außerdem auch besser für die Atemwege.