Dielen laugen

Dielen laugen

Das Laugen schützt durch eine chemische Reaktion das Holz des Dielenbodens in erster Linie vor den UV-Strahlen des Sonnenlichtes und seinen Folgewirkungen, die Alterungserscheinungen wie vergilben oder nachdunkeln beschleunigen; es kann dem Holz nur seine natürliche Farbe bewahren oder es – vor allem durch den Zusatz von Kalk – leicht aufhellen, jedoch niemals dunkler werden lassen, weshalb Lauge auch als das Gegenstück zur Beize gesehen werden kann. Die Reaktion der Lauge erfolgt auf das Harz und kann dementsprechend an harzintensiven Stellen, wie z.B. den Astbereichen, stärker ausfallen. Jedoch schützt laugen vor keinen weiteren chemischen oder physikalischen Einflüssen, weshalb es einer weiteren und abschließenden Behandlung durch Seife, Öl, Wachs (ggf. auch beidem letztgenanntem) oder Lack bedarf.

Viele Herstellerfirmen unterscheiden zwischen Harthölzern wie z.B. Birke, Esche, Buche, Hevea und den Weichhölzern wie z.B. Kiefer, Lärche und Fichte, wobei es meistens unwichtig ist, ob es sich um Nadelhölzer oder Laubhölzer handelt. Trotzdem sollte man sich im gut sortierten Fachgeschäft beim Kauf der Lauge für den Dielenboden beraten lassen, vor allem auch bei Bambus. Nicht (!) gelaugt werden sollten grundsätzlich Eichenholz-Böden, da es zu Reaktionen mit den Inhaltsstoffen verschiedener Laugen kommen kann, was sich dann sowohl optisch als auch in der geringeren Lebensdauer des Holzes äußert. Sollten Sie dennoch den Dielenboden aus Eiche zunächst laugen wollen, so wird von den meisten Herstellerfirmen empfohlen, zunächst nur ein kleines, nicht verlegtes Probestück mit dem ausgewählten Produkt zu behandeln.

Für das Laugen der Dielen benötigt man folgendes Arbeitsmaterial: einen 10Liter-Kunststoffeimer mit Rührstab, einen Schwamm oder einen Nylonpinsel mit hellem Haar (bei dunklem würden die Farbpigmente herausgezogen werden und der Pinsel so letztlich auf das Holz abfärben) sowie Schutzbrille und Arbeitshandschuhe für jede Person im Raum, da die unverdünnte Lauge oder auch Sodalauge ätzend wirkt.

Dielen laugen Arbeitsanleitung: Zunächst sollte der Boden, vor allem wenn er gerade frisch abgeschliffen wurde, sauber, staub- bzw. spänefrei und absolut trocken sein und evtl. vorab noch mit Sandpapier nachbearbeitet werden. Nach dem Ausfegen und Durchsaugen wird, je nach Herstellerfirma, ggf. zuerst ein Intensivreiniger verwendet, der das Holz gründlich reinigt. Die Lauge – vor allem, falls sie pigmentiert bzw. mit Kalk versetzt sein sollte – gut schütteln und im angegebenen Verhältnis mit Wasser mischen. Auch während des Arbeitsvorganges nicht vergessen, zwischendurch immer wieder gut zu schütteln bzw. mit dem Rührstab im Eimer durchzurühren! Aufgetragen wird die verdünnte Lauge mit einem Schwamm oder einem Nylonpinsel mit hellem Haar und zwar immer gleichmäßig in Längsrichtung der Dielenbretter. Dabei sollte in etwa 1Liter verdünnte Lauge pro 10qm – als groben Richtwert – verbraucht werden. Anschließend muss der Fußboden mehrere Stunden gut trocknen, wobei auch grau-grüne Färbungen auftreten können, welche mit der Zeit aber wieder von selbst verschwinden werden. Zum Schluss gibt es zur Entfernung der Lauge und ihres evtl. etwas kreidigen Belages die Möglichkeiten der mechanischen Bearbeitung durch ganz leichtes Abschleifen mit Schleifvlies und Reinigungspad, abermals mit Intensivreiniger und – als dritte Option – nebelfeuchtes Aufwischen bzw. eine Behandlung der Dielen mit Seife.