Dielen wachsen

Dielen wachsen

Das Wachsen von Dielen wird, ebenso wie das Ölen, als „weiche“, nicht brechende Oberflächenbehandlung verstanden. Dabei wird das Wachsen an sich niemals alleine vorgenommen; ihm geht im Prinzip immer das Ölen des Dielenbodens voraus. Empfohlen wird beim anschließenden Wachsen häufig eine Vorbehandlung mit dünnflüssigem Klarwachs und schließlich mit farblosem Dekorwachs. Je nach Abnutzung der Wachsschicht, sollte der Boden zwei- bis viermal im Jahr zumindest partiell nachbehandelt, je nach Holzart evtl. sogar einmal grundbehandelt werden. Ein wenig Arbeit kann erspart bleiben, wenn man sich für ein fertiges Öl-Wachs-System entscheidet, welches eine Kombination aus Öl (Leinöl o.ä.), Wachs (z.B. Bienenwachs) und Lösemittel ist und mit dem man in einem Arbeitsschritt gleich zwei Dinge, nämlich Öl und Wachs, mit einem Pinselstrich aufträgt.

Bei dieser Variation kann das Öl tief in die Holzporen einziehen, während das Wachs an der Oberfläche bleibt, wo es schmutz-/wasserabweisend und rutschhemmend wirkt, wodurch es aber höchstens nebelfeucht übergewischt werden darf weil eine Wachsoberfläche keine komplett geschlossene Schicht ergibt, sondern eine „offenporige Imprägnierung“ darstellt, durch welche das Holz noch immer „atmen“ und auch Feuchtigkeit aufnehmen und bei trockener Luft abgeben kann. Diese Eigenschaft macht den Holzfußboden zu einer Art „natürlichen Klimaanlage“, die von der Öl- und Wachsbehandlung auch nicht in ihrer Funktion eingeschränkt wird.

Ein Nachteil durch das Wachsen ist aber auch, dass sich recht schnell Laufspuren abzeichnen, die wieder ausgebessert werden müssen oder können – je nach Perspektive. Öl und Wachs haben in Kombination dann die bereits o.g. rutschhemmende Wirkung und bekommen durch das Polieren eine Seidenglanzoptik – ohne Poliervorgang wäre die Oberfläche auch rein optisch eher stumpf. Da es heute diverse Möglichkeiten und Produkte für diesen Bereich gibt, lohnt es sich durchaus, vorab Informationen über den Fachhandel einzuholen (gerade bei Bambus), wo man dann auch die dazugehörigen Arbeitsanleitungen für das spezielle Produkt bekommt. Der vorher auszuführende Arbeitsschritt „Dielen ölen“ wird von uns im namentlich passenden Kapitel erläutert.

Zum Geschichtlichen: früher wurde für Dielen oder auch Parkettböden häufig Bohnerwachs (auch „Bodenwachs“ genannt) verwendet, das zu den sog. „polierten Wachsen“ gehört. Es verleiht dem Holz ein glänzendes Aussehen und ist (oder war) in flüssiger und fester Form zu bekommen und bindet beim Fegen den (Holz-)Staub – woraus dann Kehricht wird – was die Hausarbeit ein wenig erleichtert. Früher würde das Bohnerwachs zunächst per Hand mit einem Tuch aufgetragen und poliert, etwas später dann mit Hilfe eines Bohnerbesens (Kurzform: „Bohner“) und heute durch eine Bohnermaschine. Auch Ochsenblut wurde früher wegen seiner Farbe von Bauern in Fachwerkhäusern eingesetzt, z.B. zur Dielenbehandlung, wodurch diese Teile des Fachwerkhauses ihre typische rote Farbe bekamen. Wer heute gefärbte Dielen möchte, kann diese farbig beizen, ölen und wachsen oder – bei ganz ausgefallenen Wünschen – die einzelnen Holzbretter vor dem Verlegen gleich farbig streichen oder bereits als Fertigprodukt – auch in durchaus knalligen Farben – so kaufen.