Energiesparwunder Blockheizkraftwerk auch im Einfamilienhaus?

Energiesparwunder Blockheizkraftwerk auch im Einfamilienhaus?

Ein Blockheizkraftwerk ist schon ein kleines Energiewunder, denn es ist in der Lage, Wärme und Strom gleichzeitig zu produzieren. Die Technik, mit der das möglich ist, ist die Kraft-Wärme-Kopplung. Allerdings benötigt auch ein Blockheizkraftwerk Energie, um seine Leistung zu erbringen. In der Regel bildet Gas die Grundlage, aber es ist auch möglich, Blockheizkraftwerke mit Diesel- oder Pflanzenöl sowie Biomasse zu betreiben.

blockheizkraftwerkIn erster Linie erzeugt das Blockheizkraftwerk Strom. Da dabei sehr viel Wärme produziert wird, nutzt das Kraftwerk diese, um das Gebäude zu beheizen. Insgesamt kann ein Blockheizkraftwerk einen Wirkungsgrad von bis zu 90 Prozent erzielen. In ihrem Ursprung haben Blockheizkraftwerke eine Kapazität für mehrere Haushalte und bieten sich daher insbesondere für die Versorgung von Mehrfamilienhäusern oder Industriebetrieben an. Inzwischen ist die Technik aber so weit verfeinert, dass auch Mini- und Mikro-Blockheizkraftwerke für die Installation im Einfamilienhaus zur Verfügung stehen. Mit einem eigenen Blockheizkraftwerk können Besitzer von Einfamilienhäusern ihre Energiekosten um bis zu 40 Prozent reduzieren.

Staatlich geförderter Umweltschutz

Die Bundesregierung wünscht sich bis zum Jahr 2020 einen Anteil von 25 Prozent an der privaten Stromversorgung durch Blockheizkraftwerke. Um ihr Ziel zu erreichen, fördert die Bundesregierung Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen wie Blockheizkraftwerke durch Steuererleichterungen und Zuschüsse zu den Investitionskosten. Verschiedene Energieversorger beteiligen sich an der Förderung und bieten inzwischen Blockheizkraftwerke zu günstigen Preisen für Kunden an, die sich verpflichten, ihren selbst erzeugten Strom in das jeweilige Netz einzuspeisen. Ein bedeutender Vorteil der alternativen Energieversorgung durch Blockheizkraftwerke besteht in ihrer Unabhängigkeit vom Wetter, also von Sonne und Wind. Obwohl Blockheizkraftwerke Energie benötigen, um ebensolche zu erzeugen, gelten sie als alternative Form der Energieerzeugung, denn sie arbeiten äußerst effektiv und gehen daher sehr sparsam mit der benötigten Energiequelle um. Durch Verwendung von Blockheizkraftwerken lassen sich daher die co2-Emissionen deutlich reduzieren. Die Förderung des Betriebs von Blockheizkraftwerken setzt sich wie folgt zusammen:

  • 5,1 Cent pro erzeugter und selbst verbrauchter Kilowattstunde Strom
  • Ca. 10 Cent pro eingespeister Kilowattstunde Strom
  • Erstattung vermiedener Netznutzungsentgelte durch den Netzbetreiber, ca. 1 Cent pro kWh
  • Einmaliger Investitionszuschuss zwischen 1.500 und 3.450 Euro
  • Erstattung der Energiesteuer für die benötigte Grundenergie
  • Regionale und lokale Förderungen.

Funktionsweise von Blockheizkraftwerken

Blockheizkraftwerke für den privaten Hausgebrauch erzeugen Strom und nutzen die dabei entstehende Wärme direkt zur Beheizung und Warmwasserbereitung. Da die Abwärme nur bei Bedarf genutzt wird, erzeugt ein Blockheizkraftwerk in der Regel nur dann Strom, wenn Wärme benötigt wird. Ist ein Wärmespeicher an die Anlage angeschlossen, lässt sich das kleine Kraftwerk effizienter nutzen und erzeugt auch unabhängig vom Wärmebedarf Strom. Der erzeugte Strom wird zunächst im Haus verbraucht, darüber hinaus gehende Kapazitäten speist die Anlage in das öffentliche Stromnetz ein. In Zeiten, in denen das Blockheizkraftwerk nicht arbeitet, bezieht der Haushalt den Strom aus dem öffentlichen Netz.

Knackpunkt Wirtschaftlichkeit

Wenn die Bundesregierung ihr Ziel bis 2020 erreichen möchte, muss sie sich einen höheren finanziellen Anreiz für die Anschaffung von Blockheizkraftwerken überlegen, denn gerade die Mikro-Blockheizkraftwerke für die Verwendung in Einfamilienhäusern sind in Anschaffung und Wartung noch sehr teuer. Die Anschaffungskosten liegen zwischen 10.000 und 20.000 Euro. Zudem sind die Anlagen recht wartungsintensiv. Bisher amortisieren sich diese Kosten nicht durch die Energie-Ersparnis. Anders verhält es sich mit größeren Blockheizkraftwerken. Je größer die Anlage ist, umso wirtschaftlicher ist ihr Betrieb.