Parkettboden oder Laminatboden?

Parkettboden oder Laminatboden?

Parkett oder Laminat? Diese Frage haben sich mit Sicherheit schon viele Menschen auf der ganzen Welt gestellt. Und zwar in genau zwei Situationen: wenn sie beim Bodenbelag, auf dem sie gerade standen, rätselten, um welchen von beiden es sich wohl handeln mag, und wenn sie überlegten und diskutierten, welcher von beiden die bessere Wahl für ihr Zuhause sei. Und um genau diese Entscheidung zu erleichtern, stellen wir die beiden „Kandidaten“, Parkett und Laminat, mit ihren Vorzügen und Nachteilen hier einmal einander gegenüber. Es geht dabei jedoch nicht darum, dass einer letztendlich als „kompletter Sieger“ daraus hervorgehen soll, sondern vielmehr, dass sich jeder einzelne Leser im Anschluss an die Textlektüre – hoffentlich wesentlich besser und leichter – unter seinen individuellen häuslichen Gegebenheiten für einen von ihnen entscheiden kann – Parkett oder Laminat.

Gemeinsam haben sie zunächst folgendes: sie sind – historisch gesehen – als Holzbodenbeläge die Weiterentwicklung der Dielen, die in Altbauten oftmals sogar statische Funktionen hatten und aufgrund ihrer nicht vorhandenen Schalldämmung (weder gegen Raumschall (entsteht im betreffenden Raum) noch gegen Trittschall(entsteht in den angrenzenden Räumen und Etagen)) quietschten und knarrten, was sie bei guter Verlegung beide nicht tun – weder Parkett, noch Laminat. Und sie sind wesentlich einfacher zu verlegen als Dielen, was sie für den do-it-yourself-Gebrauch bei Heimwerkern besonders attraktiv machen. Laminat gibt es dabei erst seit etwa 10 Jahren auf dem Markt und in dieser kurzen Zeit fand eine unglaublich schnelle Entwicklung statt, denn inzwischen gibt es davon schon die vierte „Generation“. Trotzt wachsender Auswahl im Bereich der leimlosen und kleberfreien Fußbodenbeläge (auch im do-it-yourself-Segment), ist vorwiegend Laminat (und auch noch immer Parkett) auf dem Vormarsch, wozu mit Sicherheit auch die Entwicklung des „Klick-Systems“ mit Nut und Feder auch für Parkettböden geführt hat, was den Vorteil der sofortigen Begehbarkeit mit sich bringt. Und beide gibt es auch in speziellen Feuchtraum-Ausführungen, bei denen harte Holzarten (z.B. Eiche, Nussbaum) bevorzugt werden und zusätzlich die umgebungsbedingt angepasste Oberflächenvergütung (z.B. Ölen und Wachsen für das Bad) ebenso wie eine abgestimmte Verlegungstechnik (z.B. die vollflächige Verklebung im Bad, welche jedoch von qualifizierten Handwerkern ausgeführt werden sollte, da einige Schritte irreversibel sind) zum Einsatz kommen, so dass sie insgesamt für z.B. Küche, Badezimmer oder Saunavorräume geeignet sind. Doch nun zu den Unterschieden.

Qualitativ hochwertiges Parkett besteht zumeist aus Massivholz, bei dem viele Holzarten für die Auswahl zur Verfügung stehen, so dass wohl für jeden Geschmack etwas dabei sein dürfte. Darüber hinaus bieten die verschiedenen Muster (die Landhausdiele, das Fischgrät-, das Würfelmuster oder der allseits beliebte Klassiker „Schiffsboden“) eine Vielfalt, welche man bei Laminat vergeblich suchen wird. Die Standardvariante der geraden „Schiffsboden“-Parkett-Paneele hat in etwa die Maße von 110cm (Länge) X 18cm (Breite) X 12mm (Stärke), wobei es bei der Stärke kleinere Unterschiede in Qualität, Preis und Leistung bzw. Material geben kann. Damit ist Parkett zwar etwas höher als Laminat (das nur ca. 7mm stark ist), was den Nachteil haben könnte, dass beim Verlegen kleinere Umbaumaßnahmen wie z.B. Ansägen von Türrahmen vorgenommen werden müssen. Allerdings ist Parkett in den allermeisten Fällen Massivholz und kann demnach bei entsprechender Stärke sogar – ähnlich wie Dielen – abgeschliffen werden – folglich ist die Höhe sogar positiv zu bewerten, denn je stärker das Parkett ist, desto öfter kann es behandelt und mit einer frischen Oberflächenvergütung versehen werden.

Darüber hinaus ist selbst eine Fußbodenheizung kein Hinderungsfaktor für die Verlegung von Parkett – es sollte lediglich die richtige Wahl im Bereich der Holzsorte (wegen der Speicherungsfähigkeit der Wärme), der Dicke der einzelnen Elemente, des Musters und der Verlegungstechnik (wegen des Wärmedurchflusses) getroffen werden, damit sich die wohlige Wärme möglichst gleichmäßig im Raum verteilen kann. Dazu kommt noch ein wichtiger Aspekt: das massive Holz lebt, arbeitet und atmet und dient so als „natürliche Klimaanlage“, die überschüssige (Luft-)Feuchtigkeit und auch Wärme speichert und wieder abgibt, wenn es trockener und kühler wird. Das kann das Holz zwar nur zu einem gewissen Grad (je nach Holzart besser oder schlechter) und für die Heizperiode wird aus genau diesem Grund zu einem Luftbefeuchter geraten, damit sich keine Fugen oder sogar Risse bilden, aber in den wärmeren Monaten schafft genau dieser Effekt ein Wohnklima, welches ansonsten nur die Dielen erzeugen können. Und bei allen genannten Vorteilen dürfte auch der etwas höhere Preis – im Vergleich mit Laminat – angemessen erscheinen, denn schließlich kann dieser Fußboden bei Dellen, Schrammen oder Kratzern (evtl. durch heruntergefallene Gegenstände oder hochhackige Damenschuhe verursacht) nicht nur sehr gut punktuell ausgebessert, sondern – wie bereits erwähnt – auch vollflächig abgeschliffen und mit einer neuen Oberflächenbehandlung versehen werden. Parkett ist demnach eine variantenreiche, chice und stilvolle Alternative zu anderen Bodenbelägen, die sich gut verlegen lässt und darüber hinaus sowohl für Feuchträume als auch für Fußbodenheizungen geeignet ist. Wer also längerfristig in ein natürliches Wohnklima investieren möchte (und es vielleicht auch selbst verlegt), ist mit Parkett bestens beraten.

Kommen wir nun zum Laminat. Hierbei handelt es sich um keinen Echtholzboden bzw. Massivholzboden, denn es besteht aus mehreren gepressten Schichten Holzspäne, was sich positiv im Preis wiederspiegelt. Von Verbrauchern wird Laminat den Hartholzsorten des Parketts bevorzugt weil es noch unempfindlicher gegenüber Abnutzung (Reibung, Stößen, Druck, Kratzern), Flecken, Zigarettenglut, Aufquellen durch Feuchtigkeit und Nässe und sogar holztypischen Alterungserscheinungen wie Vergilben oder Nachdunkeln durch UV-Licht ist. Rein optisch entsteht dem Kunden durch die Beschaffenheit kein Nachteil, denn das kostengünstige, leicht zu verlegende und formstabile Laminat ist passgenau angefertigt und in vielen Qualitäten, Holzarten (und somit Farben) und diversen Zuschnitten (Längen, Breiten, Stärken und seltener auch einigen Mustern) erhältlich. Auf den allerersten Blick ist bei wirklich hochwertigem Laminat oftmals kein Unterschied zu Parkett erkennbar; lediglich wenn man es weiß, wird man mit genauerem Hinsehen feststellen können, was es ist, denn das Laminat ist – wie gesagt – mit seinen ca. 7mm Stärke flacher als Parkett. Des Weiteren ist dieser Bodenbelag – in Abhängigkeit von seiner Qualität – schwer entflammbar, für Fußbodenheizungen durchaus geeignet und sehr pflegeleicht: es wird komplett fertig verlegt und lediglich mindestens einmal wöchentlich abgefegt, abgesaugt und nebelfeucht mit Tuch oder Mob gewischt (wobei hierfür im Gegensatz zu Parkett oder Dielen von dieser Oberfläche auch Mikrofaser vertragen wird) – einer aufwändigen Oberflächenvergütung bedarf es nicht.

Verschüttete Flüssigkeiten oder hereingetragene Nässe muss beim „normalen“ Laminat, das nicht speziell für Feuchträume hergestellt wurde, umgehend aufgenommen werden (Schmutzfangmatten sind im Eingangsbereich ebenso zu empfehlen wie Hausschuhe im Wohnbereich); jegliche Pfützenbildung ist unbedingt zu vermeiden, da die Oberfläche ansonsten aufquellen kann – was allerdings auch für Parkett gilt! Laminat ist außerdem auch der ideale Renovierungsboden weil er ohne Weiteres als zweite Schicht auf den vorigen Bodenbelag gelegt werden kann – bis auf Teppichboden (aus hygienischen Gründen und weil Teppich selbst kurzfloorig nicht stabil genug als Unterlage wäre). Daher kann er problemlos sogar in Mietwohnungen verlegt werden. Um abschließend auf seine negativen Seiten hinzuweisen, sollte man die Argumentation aber auch einmal umdrehen: Laminat sieht dem Echtholzfußboden zwar zum verwechseln ähnlich, kann aber in zwei Punkten definitiv nicht mithalten: durch seine Beschaffenheit ist es nicht möglich, ihn abzuschleifen. Bei kleinen „Macken“ helfen flüssiger Hartwachs oder tubenfertig angemischte Paste, die es im jeweils entsprechenden Farbton der Holzart gibt, bei größeren (vor allem großflächigeren) Schäden müssen allerdings gleich ganze Paneele – falls überhaupt möglich! – ausgetauscht werden. Der zweite Punkt ist der – im Textteil des Parketts bereits erwähnte – Effekt der „natürlichen Klimaanlage“, welcher bei Laminat logischerweise nicht eintritt. Ein Luftbefeuchter ist für die Heizperiode dennoch zur Vermeidung von Rissbildungen ratsam. Zusammenfassend formuliert ist Laminat die optisch angepasste Alternative oder auch günstigere Variante von Parkett.

Ein abschließendes, ergänzendes Resümee: beide Bodenbeläge sind für Allergiker geeignet, recht leicht zu verlegen, gut zu pflegen – wobei sie spezielle Pflegeprodukte benötigen und bei Parkett keine Mikrofasertücher etc. zum Einsatz kommen dürfen – und schlimmstenfalls auch auszubessern sind, wobei Parkett mit seiner Abschleifmöglichkeit hier leicht die Nase vorn hat. Für beide wird man außerdem zur Schonung der Oberfläche Filzgleiter für die Möbel (vor allem für Tische und Stühle!) benötigen. Beide gibt es in speziellen Qualitäten für Feuchträume und nach dem trockenen Verlegen sind die Böden sofort begehbar. Laminat ist – wie gesagt – der optimale Renovierungsboden und daher besonders für Menschen geeignet, die öfter umziehen (müssen) oder sich gerne mal neu einrichten, da es auch der günstigere Bodenbelag von beiden ist. Dafür ist Parkett als echte Investition für’s Eigenheim zu sehen, und das im mehrfachen Sinne: der Massivholzboden, welcher abschleifbar ist, bewirkt ein natürliches Wohnklima (s.o.), das die Atemwege schont und somit gut für z.B. Asthmatiker geeignet ist. Als strapazierfähiger, stabiler und kratzfester gilt allerdings noch immer Laminat, außerdem ist es schwer entflammbar. Wer also kleine Kinder (-> geworfenes, herunterfallendes Spielzeug etc.) und/oder Tiere (-> Krallen!) im Haushalt hat, ist wahrscheinlich zumindest übergangsweise mit Laminat besser beraten – zumal bereits etwa ein Drittel aller „Klick-Laminate“ bereits mit einer fertigen Trittschalldämmung ausgestattet sind und nach der Verlegung sogar doppelt gepolstert sind.
Die Frage, auf welchem Bodenbelag Sie gerade stehen, werden wir sicherlich nie für Sie beantworten können, hoffen allerdings, Ihnen die Antwort auf die Frage, auf welchem der beiden Bodenbeläge, Laminat oder Parkett, Sie zukünftig daheim stehen werden, zumindest ein wenig erleichtert zu haben. Treffen müssen Sie diese schwierige Entscheidung dennoch ohne uns. Aber sicherlich wird Ihnen das Verkaufspersonal im Bau- oder Fachmarkt beratend zur Seite stehen.