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Bauhaus – Geburtsstätte der Klassischen Moderne

Das Bauhaus war eine staatliche Kunstschule, die der Architekt Walter Gropius 1919 in Weimar gründete. Diese Schule war die erste Einrichtung, die Kunst, Handwerk, Architektur und Design miteinander verband. Sie gilt bis heute als die weltweit einflussreichste Bildungsstätte ihres Fachs.

Moderner Bungalow in Hanglage im Morgenlicht 3DBis 1933 wirkten am Bauhaus heute weltbekannte Persönlichkeiten in den Bereichen Architektur, Kunst und Produktgestaltung.  Die Gruppe der Künstler und Designer gilt als Entwickler der Klassischen Moderne. Viele der Entwürfe der Künstler aus der Bauhaus-Bewegung sind bis heute aktuell und zählen zu den begehrten Designerstücken unter den Möbeln, Accessoires und Gebrauchsgegenständen.

Den Kern der Bauhaus-Gruppe bildeten die Künstler

  • Walter Gropius
  • Ludwig Mies van der Rohe
  • Joost Schmidt
  • Wassily Kandinsky
  • Paul Klee
  • Lyonel Feininger
  • Alfred Arndt
  • Marcel Breuer
  • Wilhelm Wagenfeld
  • Fritz Winter
  • Farkas Molnär
  • Bernhard Rotterdam
  • Henry van de Velde

Motivation zur Gründung der Einrichtung

Sowohl Walter Gropius wie auch Henry van de Velde verfolgten die Absicht, Kunst und Design dem bis dahin vorherrschenden starken Einfluss der Industrie zu entziehen. Sie wollten dem Kunsthandwerk und dem individuellen Design damit wieder mehr Bedeutung  geben. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts beschränkten sich Kunst und Design dauerhaft auf den Stil des Historismus. Selbst das Industriedesign des frühen 20. Jahrhunderts beschränkte sich auf die industrielle Vervielfältigung und Kopie historischer Entwürfe aus vergangenen Epochen. Das Ziel der Bauhaus-Bewegung bestand somit darin, den künstlerischen Werten ein neues Gesicht zu verleihen. Die Einflüsse wirkten sich auf die Architektur, die Kunst und das Produktdesign vieler Gebrauchsgegenstände aus. Die erneute Besinnung auf das Kunsthandwerk verlieh den Künstlern die Freiheit, zu experimentieren und damit einen vollkommen neuen Stil zu entwickeln, der Kunst und Funktionalität verband. Um dieses Ziel in Vollkommenheit zu erreichen, betrachteten die Künstler Architektur und Design als Gesamtkunstwerk verschiedener Künste. Während in den Anfangszeiten der Architektur eine zentrale Rolle zukam, entwickelte sich die Bewegung hin zu einer Grafik- und Design-Schule. Kunst, Möbel und Gebrauchsgegenstände erhielten ebenso ein völlig neues Gesicht, wie die Architektur. Mit ihrer Aktivität verfolgten die Künstler des Bauhauses gleichzeitig das Ziel, zur Völkerverständigung und Abschaffung sozialer und gesellschaftlicher Unterschiede beizutragen.   Entwürfe aus dem Bauhaus zeigten einen Stil, der bis in die heutige Zeit nicht an Aktualität verloren hat.

Umzug nach Dessau und Experimente mit neuen Materialien

Im Jahr 1925 zog die Bauhaus-Schule von Weimar nach Dessau um. Das Bauhaus-Gebäude wurde von Walter Gropius selbst entworfen. Zudem entstanden am neuen Standort die Meisterhäuser als Einheiten von Kunst und Architektur. In den Werkstätten des Dessauer Bauhauses entwarfen die Künstler ihre berühmtesten Objekte aus neuen Materialien, unter anderem

  •     Den Freischwinger von Marcel Breuer
  •     Die Wagenfeld-Leuchte
  •     Den Barcelona-Chair von Ludwig Mies van der Rohe
  •     Das Kubus-Geschirr von Wilhelm Wagenfeld
  •     Die Gewürzstreuer Max und Moritz von Wilhelm Wagenfeld.

Bauhaus nach 1933

Das kreative Schaffen der Bauhaus-Künstler stimmte nicht mit den Auffassungen der seit 1933 regierenden Nationalsozialistischen Partei überein. Daher wurde die Einrichtung gleich im Jahr 1933 zur Auflösung gezwungen. Da viele der Künstler, Architekten und Handwerker anschließend verfolgt wurden, flüchteten sie ins Ausland, insbesondere in die USA. Das Ende der Bauhaus-Schule war damit besiegelt, nicht aber das Ende einer Kunst- und Designbewegung, deren Leistungen bis heute nachwirken.