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Dielen schleifen

Auch bei diesem Arbeitsschritt gibt es verschiedene Herangehensweisen. Zunächst einmal sollte man wissen, ob es sich um einen Hart- oder einen Weichholzboden handelt, der geschliffen werden soll; sie bedürfen nämlich leicht unterschiedlicher Behandlung. Zur Vorbereitung auf den Scheifvorgang, sollte der entsprechende Raum komplett leergeräumt und der Boden gefegt und anschließend gesaugt worden sein. Vom feuchten Durchwischen wird eher abgeraten, da es nicht gut für die Schleifgeräte ist. Sollte dieser Rat vergessen worden und dennoch gewischt worden sein, so muss unbedingt gewartet werden, bis der Boden vollständig getrocknet ist! Die Nägel sind komplett im Dielenboden zu versenken, da sie andernfalls mit abgeschliffen werden könnten und sich schlimmstenfalls die erhitzten Metallspäne gemeinsam mit den Holzspänen entzünden könnten. Fußleisten müssen außerdem abgenommen werden, damit man besser an den Rand und in die Ecken gelangt. Und es ist auf einen guten Arbeitsschutz zu achten weil Schleifmaschinen sehr laut sind. Daher sind für eine möglichst hohe Sicherheit eine Arbeitsschutzbrille, ein Ohrenschutz und eine Staub-/Atemmaske mindestens so zu empfehlen wie Arbeitshandschuhe und festes Schuhwerk. Die Steckdose, an welche die Schleifmaschine angeschlossen wird, sollte mit 16 Ampère gesichert werden bzw. bereits gesichert sein – andernfalls würde des Öfteren die Sicherung herausspringen.

Wenn man von einem normal benutzten und dadurch mittelmäßig abgenutzten Dielenboden ausgeht, nimmt man einen Flächenschliff vor. Bei diesem erfolgt zunächst der Grundschliff (oder auch Grobschliff), dem noch weitere folgen, wobei der Zustand des Dielenbodens ausschlaggebend dafür ist, wie viele es sein werden – je schlechter die Beschaffenheit, desto mehr Schleifgänge. Ziel des Grundschliffs ist, aus dem Dielenboden eine möglichst ebenmäßige Fläche zu machen und ihn von alten Lackschichten, Wachs- oder Ölrückständen zu befreien. Ob man nun mehrmals nur diagonal (oder letztlich kreuzweise), mehrmals gerade zum Dielenverlauf schleift oder sogar beides nacheinander und welche Körnung des Schleifpapiers man wobei anwendet, hängt von der Holzart, dem Zustand und dem Alter der Dielen ab. Am besten beim Kaufen oder Ausleihen des Gerätes über das Schleifpapier (je höher die angegebene Zahl der Körnung, desto feiner ist diese) und die anzuwendende Richtung informieren! Wenn nur recht dünne Lackschichten vorhanden sind, kann der Grundschliff z.B. mit der Körnung 40 und lediglich in Längsrichtung der Dielen erfolgen. Bei stärkeren Lackschichten oder Unebenheiten sollte die Körnungszahl niedriger sein (z.B. 16, 24 oder 36), das Schleifpapier also grober gekörnt und die Schleifrichtung quer bzw. diagonal. Nicht vergessen zwischen den einzelnen Schleifgängen mal durchzusaugen, da sich sonst unnötig viel Späne und Staub ansammeln, was die Maschine erneut aufwirbeln oder auch bremsen kann.

Im Anschluss folgt nun der Mittelschliff. Der Dielenboden muss jetzt wie rohes, unbehandeltes Holz aussehen, von dem alles vormals Aufgetragene entfernt wurde. Das neue Ziel besteht darin, dem Boden die Spuren des groben Grundschliffs zu nehmen und ihm eine feinere Oberfläche zu verleihen. Es gilt die Devise: „so fein wie möglich und so grob wie nötig.“ Es sollte dafür aber nie mehr als nur eine Körnungsstufe übersprungen werden, denn andernfalls lassen sich die Schleifspuren der vorigen gröberen Körnung nur schwer retuschieren. Geschliffen wird häufig entgegen der Richtung des vorigen Schleifgangs, wobei der Mittelschliff auch noch in Verlegerichtung des Dielenbodens ausgeführt wird, aber zunächst mit der entgegengesetzten Richtung des letzten Schleifgangs beim Grundschliff begonnen wird. Möglich ist auch eine Versetzung dieses Schleifgangs um 90° – je nachdem, welcher spätere optische Effekt gewünscht wird; lassen Sie sich beraten! Eine komplette Schleifbahn besteht aus einem Vorwärts- und einem Rückwärtsschliff. Dieser Mittelschliff wäre erst mit einer 40er- oder 60er-Körnung und als zweites mit einer 80er-Körnung durchzuführen. Danach werden die Fugen verkittet, falls der Boden nicht schwimmend (!) verlegt wurde.

Um bei Dielenböden die Ränder und Ecken ebenfalls optimal abzuschleifen, muss hierbei die für den gesamten Boden gewählte Körnungs-Reihenfolge unbedingt eingehalten werden. Der erste Randschliff wird in der Regel nach dem Grundschliff vorgenommen und jeder weitere Vorgang nach dem vorangegangenen zugehörigen Flächenschliff mit gleicher Körnungszahl durchgeführt – nur so kann ein möglichst ansatzloser Übergang zwischen Rand- und Flächenschliff gestaltet werden. Hierbei ist kein besonderer Druck auf die Maschine auszuüben – dieser würde ihre Drehzahl eher verringern und so zu einem gröberen und ungleichmäßigeren Schleifbild führen. An den Wänden wird die Eckenschleifmaschine in kreisenden Bewegungen entlanggeführt. Sie muss ständig in Bewegung gehalten werden, sonst könnten sich Schleifmuster oder sogar Brandspuren bilden. Alternativ gibt es auch eine Randschleifmaschine, die auch für alle notwendigen Aufgaben unterhalb von Heizkörpern eingesetzt werden können; dafür kommt sie aber nicht so gut in Ecken und Winkel. Sie ist in diversen Höhen einstellbar, sodass sie kniend (evtl. für den Grobschliff) oder auch stehend (für die feinen Schleifgänge) verwendet werden kann.

Der Feinschliff der Dielen wird auch als „Letzter Schliff“ oder Polierschliff bezeichnet und vervollständigt die Abschleifarbeiten am Dielenboden. Zuerst wird das letzte Randschleifen durchgeführt (s.o.), danach folgt der abschließende Flächenschliff meistens mit einer Körnung von 120. Dieser Vorgang wird meistens parallel, manchmal aber auch diagonal zur Verlegerichtung durchgeführt (was auch wiederum davon abhängig ist, welcher Effekt gewünscht wird) und im Anschluss daran dürfen keine Unebenheiten mehr zu sehen sein, welche vielleicht durch die Verkittung der Fugen entstanden sind. Falls doch, muss der Vorgang wiederholt werden.

Das Abschleifen der Dielen wird durch eine spezielle Oberflächenbehandlung oder Oberflächenvergütung abgeschlossen, die absolut notwendig ist weil sie das Holz widerstandsfähiger und haltbarer macht. Hierbei gibt es mehrere Auswahlmöglichkeiten: seifen, ölen, wachsen (evtl. auch die letzten zwei in Kombination) oder lackieren/versiegeln. Verschiedene Kriterien, die in den entsprechend zugehörigen Kapiteln vorgestellt werden, können beim Treffen der Wahl sicherlich helfen.