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Farblehre und Farbtheorie

Die Farblehren physikalischen Ursprungs befassen sich mit den Spektralfarben und der additiven und subtraktiven Farbzusammenlegung sowie mit dem elektromagnetischen Spektrum. Die Farblehre nach Küppers ist demzufolge einwandfrei dem physikalischen Denkansatz zuzuordnen, während die Farblehren Goethes, Ittens, Seurats, Hoelzls oder Pawliks eindeutig einen psychologischen Ansatz haben. Sie beziehen das subjektive Empfinden des Individuums im Hinblick auf die unterschiedlichen Farbtöne als Zentrum in ihre Lehre mit ein. Diese Farbtheorien sind zumeist in die Kunstwissenschaft mit eingeflossen und wurden sich häufig von Malern zu eigen gemacht. Die psychologisch orientierte Farbenlehre ist zumeist naturwissenschaftlich nicht belegbar.

Die Sehphysiologie befasst sich vom biologischen oder physiologischen Standpunkt aus gesehen mit den chemischen Aspekten der Farbwahrnehmung im Gehirn und im Auge. Eine Mischung aus physiologischer und psychologischer Sicht stellt die Farbmetrik dar, die sich mit der Messung von Farben und ihren Abständen befasst. Sie unterteilt sich in die niedere und höhere Farbmetrik. Die höhere Farbmetrik beschäftigt sich mit der Wahrnehmung von Farbe, während sich die niedere Farbmetrik auf physikalischer Basis mit den Eigenschaften von Farben befasst. Eine genaue Abgrenzung der Farblehren und Farbtheorien ist zumeist schwierig.

Es sind die unterschiedlichen Forschungsstände und Zeiträume zu beachten, in denen die Lehren entwickelt wurden. Es folgten Ergänzungen und Überholungen von Lehren, die erweitert oder den neuen Forschungsständen angepasst wurden. Die bedeutendste und somit noch aktuelle Farblehre ist die des Harald Küppers, sie greift auf physikalische Gesetzmäßigkeiten zurück, während aus psychologischer Sicht die Farblehre Johann Wolfgang von Goethes, zumindest in der Malerei, auch noch heute einen Stellenwert besitzt.