Huhu! Ich benötige für ein neues Projekt Kunststoffgranulat und merke gerade, dass die Auswahl deutlich größer ist, als ich zunächst erwartet hatte. Neben dem eigentlichen Polymer spielen für mich auch Eigenschaften wie Farbe, Verstärkung, Lebensmittelkontakt und die Eignung für das vorgesehene Verarbeitungsverfahren eine Rolle. Bevor ich größere Mengen bestelle, möchte ich deshalb besser einschätzen können, welche Sorte technisch und preislich zu meinem Einsatz passt. Worauf sollte ich an meiner Stelle bei der Auswahl achten, damit ich nicht nur den richtigen Kunststoff, sondern auch eine passende Qualität für meine Verarbeitung und Stückzahl finde?
Eine hilfreiche Kunststoffgranulat kaufen – Übersicht bietet Kunststoff-Profi, wo zahlreiche Standard-, technische und Hochleistungskunststoffe sowie Biokunststoffe und Recyclinggranulate aufgeführt werden.
Für meine Auswahl würde ich zuerst festlegen, welche mechanischen, thermischen und chemischen Anforderungen das spätere Bauteil erfüllen muss.
Danach würde ich prüfen, ob beispielsweise PP, PE oder PS für einen eher einfachen Einsatzzweck ausreichen oder ob ich einen technischen Kunststoff wie PA6, PA66, PC, POM oder PBT benötige.
Ebenso wichtig ist für mich das geplante Verarbeitungsverfahren, weil ein Werkstoff je nach Spritzguss, Extrusion oder Blasformen in unterschiedlichen Qualitäten und mit passendem Schmelzindex angeboten wird.
Bei besonderen Anforderungen würde ich außerdem gezielt nach Eigenschaften wie Glasfaserverstärkung, Flammschutz, Lebensmittelkontakt oder einer bestimmten Einfärbung suchen.
Beim Preisvergleich sollte ich nicht nur auf den Kilopreis achten, weil Polymerklasse, Füllstoffe, Spezifikation, Bestellmenge und die aktuelle Rohstoffmarktlage den endgültigen Preis beeinflussen können.
Praktisch finde ich deshalb die Möglichkeit, eine konkrete Anfrage mit Angaben zu Jahresvolumen, Branche, Lieferland und benötigtem Grade an mehrere vorqualifizierte Distributoren weiterleiten zu lassen.
Ich würde vor einer Bestellung daher meine technische Spezifikation möglichst genau festhalten und anschließend mehrere Angebote für exakt dieselbe Materialqualität vergleichen.
Ich würde bei Kunststoffgranulat wirklich zuerst vom Einsatzzweck ausgehen und nicht nur nach dem günstigsten Material schauen. Entscheidend ist, welche Eigenschaften das fertige Teil später haben soll, also zum Beispiel wie stabil, flexibel, temperaturbeständig oder chemisch belastbar es sein muss. Danach kann man eingrenzen, welches Polymer überhaupt infrage kommt. Wenn das Material mit Lebensmitteln in Kontakt kommt, sollte man außerdem unbedingt darauf achten, dass die entsprechende Freigabe vorhanden ist.
Mindestens genauso wichtig ist aber die Verarbeitung. Nicht jedes Granulat eignet sich gleichermaßen für Spritzguss, Extrusion oder andere Verfahren. Auch Dinge wie Glasfaserverstärkung, Farbe, Feuchtigkeitsempfindlichkeit und notwendige Verarbeitungstemperaturen können einen großen Unterschied machen. Gerade bei verstärkten Kunststoffen würde ich vorher prüfen, ob Maschine, Werkzeug und Düse dafür überhaupt ausgelegt sind.
Wenn du noch nicht genau weißt, welche Sorte passt, würde ich zunächst kleinere Mengen oder Muster bestellen und damit ein paar Versuche machen. Gerade bei einem neuen Projekt ist das meist günstiger, als direkt eine große Menge zu kaufen und später festzustellen, dass Fließverhalten, Oberfläche oder Festigkeit nicht passen. Bei größeren Stückzahlen lohnt es sich dann auch, mehrere Anbieter anzufragen, weil die Preise je nach Abnahmemenge und Spezifikation teilweise deutlich auseinandergehen können.
