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Teakholz

(lat.: Tectona grandis) Der Teakbaum ist ein laubwerfender Laubbaum (drei bis fünf Monate kahl, mit Ausnahme von West-Java, wo er immergrün ist) und gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae), wobei er in älteren Büchern noch zu den Eisenkrautgewächsen gezählt wird. Beheimatet ist dieser Baum, der ein eher subtropisches Klima mit möglichst ausgeglichenen Temperaturen (um die 21°C-26°C, im Minimum 2°C) bevorzugt, in den Monsunwäldern Süd- und Südostasiens, von wo aus dieses durchaus wertvolle Holz – das eines der bekanntesten Asiens ist – als wichtige Exportware in die ganze Welt gelangt. Eine besondere Forstwirtschaft (in Zusammenhang mit erfolgreicher Aufforstung der letzten zwei Jahrzehnte) erlauben reichhaltige Erträge und darüber hinaus wird der Teakbaum als eines der wenigen tropischen Hölzer neben dem Mahagoni in Plantagen angebaut. Unter natürlichen Bedingungen können Teakbäume über 100Jahre alt werden, in den Plantagen hingegen lediglich ca. 70-80Jahre. Die Pflanzen erreichen eine Wachstumshöhe von 18-35m (seltener bis über 40m), wobei ihre Stämme zumeist zylindrisch geformt sind und einen durchaus unregelmäßigen Querschnitt haben können.

Teak gehört zu den Lichtbaumarten, was bedeutet, dass er in allen Lebensstadien – insbesondere aber als Jungpflanze – volles Oberlicht benötigt, da er ansonsten verkümmert. Die Holzfarbe hängt von sekundären Pflanzenstoffen und weiteren Nährstoffen ab, die während der Wachstumsphase aus dem Boden gezogen werden konnten, und reicht von dunkelbraun über dunkel-olivbraun bis schwarz – letzteres wird auch „Schwarzstreifen-Teak“ genannt. Der Splint ist heller und daher erkennbar (auch ca. 2-3cm dick), das Kernholz hat eine (selten) gelbe, sonst eher dunkle Farbe (s.o.); junges Holz ist eher splintreich und in der Farbe noch hell, dunkelt aber mit der Zeit nach. Insgesamt ähnelt das mittel- bis dunkelbraune, deutlich strukturierte Holz rein optisch recht stark dem Nussbaum. Das Holz – insbesondere das Kernholz – ist sehr haltbar und resistent gegenüber Witterungseinflüssen, Schädlingen (Insekten, sogar Termiten, weil Teak selbständig das Insektizid „Tectochinon“ produziert und zusätzlich viel Silicium enthält), Pilzbefall (da der Baum eigenständig ein fungizid wirkendes Mittel (Tectol) herstellt) und sogar relativ schwer entflammbar. Das Holz hat – bedingt durch den Kautschukgehalt, welcher auch die Oberfläche glättet und rutschfest bis klebrig macht – einen leicht gummiartigen oder „ranzigen“ Geruch, der ziemlich lange anhält.

Vor einer Oberflächenbehandlung sollte stets darauf geachtet werden, dass die Oberfläche komplett ausgebürstet wurde und eine gute Kantenrundung aufweist. Außer der speziellen Teaköle und einiger Lacke (Expoxid- oder Alkydharzbasis – nach einer DD-Grundierung) kann auch Kalk zum aufhellen verwendet werden. Für den Innenbereich werden hingegen eher Lasuren benutzt. Die Blätter des Teakbaumes können zum Einfärben von Stoffen verwendet werden, die dadurch einen Rot-Ton bekommen. Blüten, Blätter, Rinde und auch das Holz werden in der Volksmedizin einiger Anbaugebiete gegen Magen-Darm-Krankheiten und Fieber eingesetzt. Im natürlichen Verbreitungsgebiet wird Teak auch zur Herstellung von Hausgeräten, Gewinnung von Holzkohle oder direkt als Brennholz benutzt. Der Nutzungsschwerpunkt des Teakbaumes liegt jedoch auf seinem Holz: es lässt sich überaus gut verarbeiten und trocknet ohne auftretende Risse oder Aufwerfungen, was an seinem natürlichen Ölgehalt liegt. Hinzu kommt, dass es sich sowohl feucht wie auch trocken gut verarbeiten lässt und die Schwindungswerte trotz erstaunlicher Stabilität und Festigkeit nur halb so groß sind wie die der Eiche; d.h. Teakholz zieht sich beim Trocknungsprozess kaum zusammen, verliert – ebenfalls bedingt durch die Inhaltsstoffe des Holzes – nur unwesentlich an Volumen und muss nicht besonders lange im Voraus getrocknet werden.

Der natürliche Ölgehalt, welcher das Holz wetterfest macht, erlaubt theoretisch auch eine externe Nutzung des Holzes ohne eine vorhergehende Oberflächenbehandlung, wobei sich das Holz bei Witterungseinflüssen jedoch grau verfärbt. Das Ölen mit einer Mischung aus diversen Ölsorten – vorzugsweise Leinöl – und Harzen (hierfür gibt es spezielles Teaköl) kommt eher in Frage als das Lackieren, da die Inhaltsstoffe des Teak nur mit wenigen Lacken haltbare Verbindungen eingehen. Ebenso wie bei den meisten Leimen, denn der Kautschukgehalt des Holzes erschwert den Zusammenhalt von Klebstoffen und Teak. Stattdessen eignen sich metallische Verbindungen hervorragend: es muss aufgrund der Holzdichte zwar vorgebohrt werden und „normale Werkzeuge“ werden recht schnell stumpf (weshalb zur Verwendung von Hartmetall geraten wird), aber dafür rostet die einmal eingegangene Verbindung wegen der konservierenden Teakholzeigenschaften auch nicht. Wegen seiner positiven Beschaffenheit hat Teak mehrere Austauschhölzer: für die konstruktiven Aufgaben stehen Afzelia, Afrormosia, Courbaril, Iroko, Louro Petro und Merbau zur Verfügung und für dekorative Zwecke: Boire, Eiche, Ovengkol und ebenfalls Afrormosia.

Aufgrund der genannten Eigenschaften, die es sehr wertvoll und optisch durchaus ansprechend machen, kann das Teakholz als Massivholz (oder auch – etwas seltener – als Messerfurnier) in vielen Bereichen eingesetzt werden: in der chemischen Industrie (Abzüge, Waschtürme, „Bottiche“), für die Möbelherstellung (Klein-, Sitz-, und auch Gartenmöbel), im Hafen- und Schiffsbau (z.B. für Schiffsdecks aus massivem Teakholz, zumal es bei Feuchtigkeit und Nässe nicht rutschig wird), Treppen, Handläufe, Fenster, Türen, (Garagen-)Tore, für Vertäfelungen, (Messer-)Furniere, (Messer-)Furnierplatten oder für Bodenbeläge (Laminat, Parkett und Dielen) und für Zuschnitte bei vielen Kleinartikeln (z.B. Wasserwaagen, Schilder, Haushaltsartikeln, Bretter). Da es sich um Tropenholz handelt, verträgt Teak zwar gelegentliche Trockenheit und vor allem Hitze recht gut, jedoch keinen winterlichen Frost (die Mindesttemperatur liegt bei +2°C), was bedeutet, dass Gartenmöbel zum Winter hin rechtzeitig reingestellt werden sollten.