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Buchsbaum

(lat.: buxus) Die Buchsbäume bilden innerhalb der Familie der Buchsbaumgewächse (Buxaceae) eine eigene Familie. Sie sind kleine, immergrüne Bäume und Sträucher, von denen in Europa nur zwei Arten zu finden sind: der Balearen-Buchsbaum (Buxus balearica) und der Gewöhnliche Buchsbaum (Buxus sempervirens; oft auch nur als „Buchs“ bezeichnet), von dem heute zwischen mehr als 60 Sorten unterschieden werden können. Die Familie der Buchsbäume ist mit 70 Arten über die Kontinente Europa, Asien, Amerika und Afrika verbreitet, wobei die meisten Sorten aus den tropischen Gebieten stammen. Der Gewöhnliche Buchsbaum kann bis zu 8m hoch werden und bietet als gelblich weiße bis „wachsgelbe“ Holzart (die beim Älterwerden jedoch auch dunkler und sogar rötlich werden kann) einige interessante Eigenschaften, doch auch einen riesengroßen Nachteil: er wächst nämlich nur äußerst langsam, wodurch es theoretisch – würde man es z.B. als Bauholz verwenden – ständig an Nachschub mangeln würde.

Durch sein stetiges, gemächliches Wachstum kann er bis zu 600Jahre alt werden (und damit ca. 6mal älter als eine Eiche!) und bildet ein wunderbar feines, schlichtes, sehr homogen strukturiertes Holz von höchster Qualität mit besonderer Oberflächenglätte aus, welches in Längs- und Querschnitt kaum zu unterscheiden ist, da man Splint und Kern optisch lediglich im feuchten Zustand voneinander trennen kann. Noch dazu ist dieses Holz besonders dicht, widerstandsfähig und hart, denn es handelt sich hierbei es um das schwerste und stabilste aller europäischen Hölzer zugleich. Daher ist es sehr fest, lichtbeständig (es dunkelt bei Kontakt mit (UV-)Licht kaum nach) und abriebsicher, aber auch schwer spaltbar (es müsste vorgebohrt werden), langsam im Trocknen und mit einem Volumenschwund von etwa 27-28% besitzt es die höchste Feuchtigkeitsabgabe aller bekannten Nutzhölzer und stellt auch hierbei den zweiten „Rekord“ auf. Vor seiner Verwendung muss also stets sichergestellt sein, dass das Holz seine Bearbeitungs- oder Verwendungsfeuchtigkeit bereits erreicht hat; ist dies‘ der Fall reagier es nur noch träge auf Veränderungen des Umgebungsklimas (wie z.B. Aufquellen).

Unter Feuchtigkeitseinfluss neigt das Holz schnell allerdings zu Verfärbungen, außerdem ist es nicht witterungs- oder pilzbeständig. Wegen seiner Eigenschaften lässt es sich nur schlecht mit wasserlöslicher Beize einfärben, wohingegen mattieren, wachsen und polieren ein besonders gutes Oberflächenbild ergeben. Das Verwendungsspektrum für Buchsbaum war früher (vor allem zwischen 1860 und ca. 1910) deutlich größer (u.a. Waffen, mathematische, optische und chirurgische Instrumente, Druckwalzen, Spulen, Weberschiffchen, kleine Behälter, Pfeifenköpfen), da erst erkannt werden musste, wie selten, knapp und teuer dieses Holz ist. Bis in die heutige Zeit ist es trotz intensiver Suche (über etwa eineinhalb Jahrhunderte) nicht gelungen, für den Buchsbaum ein wirklich gleichartig hochwertiges Austauchholz ausfindig zu machen. Es gibt zwar viele, die als Austauschhölzer des Buchsbaumes gehandelt werden, doch keines reicht auch nur annäherungsweise mit all‘ seinen Eigenschaften an die des Buchs heran.

Heute reicht die Verwendung des Buchsbaumes noch von seiner symbolischen Bedeutung (in China gilt der Buchs als Symbol für ein langes Leben), über die Homöopathie (trotz seiner bekannten Giftigkeit und nur schwierigen Dosierbarkeit wurde Buchsbaum früher in der Medizin eingesetzt, heute als Anti-Rheumamittel in der Homöopathie) bis hin zu Handwerk und Kunst (Drechseln, Schnitzen, Bildhauerarbeiten, Intarsienarbeiten), Handwerksarbeiten (Furnier, bzw. in geringem Maße in speziellen Feinschnittgattern als Sägefurnier) und wird als Zier-, Busch-, und Heckenpflanze in der Gärtnerei eingesetzt. Auch im heimischen Garten eignet sich Buchs sehr gut, da er wegen seines langsamen Wachstums im Gegensatz zu anderen Pflanzen nur selten beschnitten werden muss und noch dazu das ganze Jahr über grün ist. Beim Arbeiten mit Buchsbaumholz sollte allerdings stets ein Atemschutz getragen werden weil das Einatmen von Holzstaub zu allergischen Reaktionen (hier kommt die angesprochene Giftigkeit zum Tragen) wie z.B. Asthma führen kann und auf kleine Kinder und Haustiere sollte Acht gegeben werden, damit die leicht giftigen Blüten und Blätter nicht angeknabbert werden, was zu Erbrechen und (bei höherer „Dosis“) Krämpfen führen kann.