Skip to main content

Korkfußboden

Kork ist ein in vielerlei Hinsicht überzeugender Bodenbelag, denn er ist natürlich, aus nachwachsendem Rohstoff und für ihn muss kein einziger Baum gefällt werden. Es gibt drei verschiedene Sorten Kork: die massive Variante, die gepresste und den Spritzkork zur Abdichtung. Das Grundmaterial ist die Rinde der Korkeiche und des asiatischen Amur-Korkbaums, wobei in der Biologie „Kork“ eigentlich nur „die Zellschicht zwischen Epidermis und Rinde“ ist – also lediglich eine sehr dünne Schicht.

Wenn die Bäume das erste Mal geschält werden, erhält man eine raue, stark harzhaltige, dunkle Rinde, die zur Herstellung von massiven, dunkelbraunen Korkplatten – die aus einem Stück sind und daher keinerlei Bindemittelzusatz bedürfen – und Flaschen-Korken verwendet wird. Es kann danach etwa alle 8 bis 12 Jahre die nachwachsende Sekundär-Korkrinde geerntet werden, die farblich sehr homogen und harzärmer ist, weshalb sie sich auch bestens maschinell – vor allem zu Korken – verarbeiten lässt. Die Reste des Herstellungsverfahrens für Platten und Korken werden zu hellbraunem Granulat zerkleinert und in diversen Fertigungsprozessen – z.B. mit Latex oder anderen Klebstoffen, mit Vakuum und/oder unter mechanisch erzeugtem Druck – so zu einem haltbaren Material (dem künstlichen Agglomeratkork) „verklebt“, dass die natürlichen Eigenschaften des Korkmaterials vielfältig ergänzt werden. Damit können aus diesem Herstellungsverfahren die verschiedensten Produkte mit hoher Beanspruchung und Belastungsfähigkeit produziert werden: z.B. Sektkorken, Pin-Wände und vor allem aus Blöcken geschnittene Fußbodenbeläge.

Darüber hinaus eignet sich Kork bestens als Dämm-Material (bspw. als Korkplatten zur Trittschalldämmung bei Parkett und Laminat oder zur losen Korkschüttung), was aber auch bedeutet, dass es aufgrund seiner schlechten Wärmeleitfähigkeit als Bodenbelag für Fußbodenheizungen denkbar ungeeignet ist. Der bereits erwähnte Spritzkork zur Abdichtung gehört ebenso in die vorhandene Produktpalette wie Biowerkstoffe („Corc-Plastic-Composites“), bei denen es sich um „Verbundwerkstoffe mit einer Kunststoffmatrix“ handelt (mit mind. 20% Bio-Anteil im Endprodukt), wobei vor allem letzteres nicht mehr wirklich viel mit dem natürlichen Kork gemeinsam hat und nur der Vollständigkeit halber aufgezählt wurde. Kork erfreut sich auch in weiteren Bereichen schon seit langer Zeit stetiger Beliebtheit: z.B. im Blasinstrumentenbau (für die Innenseite der Mundstücke) und im Angelsport (hier wird er als „Schwimmer“ an Angeln und Netzen befestigt).

Aufgrund seiner chemischen und physikalischen Eigenschaften, die zur ansprechenden Optik hinzukommen, erfreut sich Kork auch als Bodenbelag wachsender Beliebtheit. Der von Natur aus luftgefüllte (und dadurch schwimmende), lipophile, wachshaltige und deshalb wasserabweisende Rohstoff ist strapazierfähig, druckunempfindlich, weich und abfedernd (dadurch gelenkschonend), angenehm fußwarm, pflegeleicht, hygienisch (und daher auch für Allergiker geeignet) und nicht nur wärmeisolierend, sondern auch schalldämmend. Zudem ist Kork mit seinen positiven Eigenschaften auch über den Wohnbereich hinaus vielseitig einsetzbar. Seine Strapazierfähigkeit erlaubt ihm eine langlebige Verwendung in Praxen, Büros, Kliniken und Gewerberäumen und seine wasserabweisende Textur ermöglicht auch eine Verlegung in Keller- und Feuchträumen wie z.B. Küche und Bad. Überraschend ist bei Kork letztlich noch die Optik: in diesem Punkt sollte man die (Gestaltungs-)Möglichkeiten des Materials tatsächlich nicht unterschätzen, denn man läuft nicht einfach nur auf einer großflächigen, gut verlegten Pin-Wand.

Natürlich gibt es diese Option auch – und das gleich in mehreren Formen und Farben – aber außer „Kork-Fertigparkett“, das Parkett oder Laminat zum verwechseln ähnlich sieht und mit einem ähnlichen „Klick-System“ ausgestattet ist, gibt es noch Klebekork. Dieser ist häufig in Fliesenform zugeschnitten und bietet dadurch den Vorteil beider Böden: die Optik der Fliesen (incl. möglichen Mustern und Design-Verlegungen) und den Komfort des Kork. Darüber hinaus kann bei vielen Herstellerfirmen Form, Farbe und Design wunschgemäß (ggf. mit Aufpreis) angefertigt werden, so dass der eigenen Phantasien kaum Grenzen gesetzt sind – außer evtl. durch Natur (Färbetechniken) und Geldbeutel. Aber was bis zu diesem Limit machbar sein kann, ist schonmal alles andere als der langweilige „Alternativ-Öko-Pin-Wand-Boden“, an den man assoziativ bei Kork als Bodenbelag wahrscheinlich als erstes denkt.